Körpersprache

Welche bewussten und unbewussten Botschaften senden Sie? Wirken Sie durchsetzungsstark? Oder eher nachgiebig? Wirken Sie kontaktfähig, offen und kooperativ? Oder eher verschlossen, distanziert und kühl?

Was verkörpern Sie?

Körpersprache ist immer dann besonders interessant, wenn es in der Kommunikation zu Störungen kommt oder Sie nicht die gewünschte oder gedachte Wirkung auf andere haben. In solchen Fällen kommuniziert ihr Körper unterbewusst etwas, was sich an ihrer Wahrnehmung vorbei schleicht.

 

In unserer Mimik, Gestik, Haltung und unserem Raumverhalten lesen andere, ob wir sozial-kooperativ gestimmt sind, kein Interesse an Kontakt haben oder sogar feindselig sind. Im Grunde sieht man uns alles an. Das hat die Natur genetisch so festgelegt: Als wir noch keine Wort-Sprache hatten, waren Gesicht und Gesten unsere Mittel zur Kontaktaufnahme und Verständigung.

Sind Sie sich Ihrer Wirkung bewusst?

Im Körpersprachetraining ist Kohärenz das große Stichwort.

Unsere Gesprächspartner**innen suchen bewusst und unbewusst in unserem Verhalten nach Wahrheits- oder Unwahrheitssignalen. Passen Inhalte und Ausdruck bzw. Körpersprache zusammen, empfinden wir jemanden als echt, authentisch, eben kohärent.

 

Passen Inhalt und Ausdruck nicht zusammen, das melden uns unsere Spiegelneurone, werden wir skeptisch. Kohärenz kann man lernen und entwickeln. Körpersprachetraining ist nur dann wirklich nachhaltig, wenn es mit dem, was sie sagen, verknüpft ist.

Der Trick? Körpersprachliche Wirksamkeit entsteht durch Klarheit und Eindeutigkeit.

Echtheit vor Technik

Einfach nur Power-Gesten oder Hochstatus-Techniken zu üben, führt dazu, dass sie aufgesetzt und unnatürlich wirken. Für eine wirksame Körpersprache hingegen sind Feingefühl und und Selbstreflexion gefragt.

 

Stellen Sie sich selbst einmal die Frage, wie oft Sie im Alltag versuchen, Ihre eigentlichen Motive zu verbergen. Daran ist übrigens nichts verwerfliches!

Sie laufen dann eben einfach nur Gefahr, dass Sie versuchen so und so zu tun, aber ihre Mikro-Mimik oder Verlegenheitsgesten eine dahinter liegende Botschaft andeuten.

 

 

Sagen Sie nur das, was wahr ist und lassen Sie alles andere weg.

Wagen Sie ein Experiment:

 

Stellen Sie sich aufrecht hin, sichtbar im Raum, ohne Tisch, Redepult oder sonstige Medien. Lassen Sie Ihren Atem fließen, die Bauchdecke und alle Spannungen aus der Wirbelsäule, Schultern, Nacken und Gesicht los. Richten Sie sich von den Füßen her entspannt auf, ohne sich größer oder kleiner zu machen, als Sie sind. Nun spüren Sie sich selbst eine Weile.

 

Wenn Sie sich auf diese Weise zentriert haben, richten Sie sich an Ihre (imaginären, es ist eine Übung) Zuhörer*innen und sagen in drei kurzen prägnanten Hauptsätzen ihre Botschaft. Nicht mehr und nicht weniger. Anschließend spüren sie nach, welche Gefühle und Gedanken dieses Experiment in Ihnen auslöst.

 

Spielen Sie mit der Körperspannung. Dagen sie die drei prägnanten Hauptsätze mit schlaffer oder angespannter Haltung. Mit Pokerface - ohne jegliche emotionale Regung - und mit einem breiten Grinsen.

„Handlung wird allgemein besser verstanden als Worte. Das Zucken einer Augenbraue, und sei es noch so unscheinbar, kann mehr ausdrücken als hundert Worte.“

Charlie Chaplin